Von Mitte April bis Ende Juni 2022 wurden in Selm umfangreiche Verfüllarbeiten an den Schächten Hermann 1 und 2 im Bereich der ehemaligen Zeche Hermann durchgeführt. Die Schachtanlage befand sich an der heutigen Adresse Industriestraße 13, 59379 Selm und war bis zum Jahr 1926 in Betrieb. Nach Jahrzehnten des Stillstands wurde eine gezielte Maßnahme zur Sicherung der ehemaligen Bergbauinfrastruktur notwendig, um Risiken durch Setzungen oder unerkannte Hohlräume dauerhaft zu vermeiden.
Im Rahmen der Maßnahme wurden rund 10.000 Kubikmeter eines fließfähigen Verfüllbaustoffs in die Schächte eingebracht. Die Lieferleistung lag bei etwa 700 Kubikmetern pro Tag und wurde durch eine Liefergemeinschaft aus drei Transportbetonherstellern erbracht. Der eingesetzte Baustoff bestand aus einer speziellen Mischung mit einer Rohdichte von 2.020 kg/m³ und erreichte eine Mindestdruckfestigkeit von 30 N/mm² nach 90 Tagen, was eine besonders langlebige und stabile Verfüllung gewährleistet.
Vor dem Einbringen des Materials wurden detaillierte Untersuchungen des Schachtzustands durchgeführt. Diese stellten sicher, dass keine weiteren Hohlräume oder instabilen Strukturen vorhanden waren, die die Verfüllung beeinträchtigen könnten. Die Betonmischung wurde mittels leistungsfähiger Betonpumpen eingebracht.
Die Maßnahme ist Teil der bergbaulichen Nachsorge zur langfristigen Sicherung des Areals und dient dem Schutz vor bergbaubedingten Gefährdungen im städtischen Raum.